Sade Soyoye ist dreißig, lebt und arbeitet in Salzburg. In diesem Interview spricht sie über Vorbilder, Familie, Beruf, Politik und Colorism. Sie kommt aus einem sehr von Politik geprägten Elternhaus und ist ihrer Mutter zutiefst dankbar dafür, dass sie heute in der Politik dort steht, wo sie ist. Ein Gespräch mit simon INOU.
Das war am 28. April 2026 bei der Buchvorstellung von Dimitrie Sissi Mukanviligira in der Wiener Buchhandlung Bibliobox. „Do not accept to die“ oder auf Deutsch „Akzeptiere einfach nicht, zu sterben“ ist der Titel ihres Buches. Darin erzählt Frau Mukanviligira als Völkermord-Überlebende aus Ruanda ihre Erinnerungen, damit wie sie sagt, „die Getöteten nicht zum zweiten mal sterben“. In der Buchpräsentation erzählte sie von der immer wiederkehrenden Frage „Warum habe ich überlebt und nicht die anderen?“ – Bild: Bibliobox auf Instagram
Am vergangenen 11. April wurde in Pittsburgh, Pennsylvania, das nationale Museum über den Genozid an den Bamiléké eingeweiht. Die Bamiléké sind ein Volk, das im Westen Kameruns in Zentralafrika lebt – einer Region, die auch als „Grassland“ bekannt ist. Berühmt für ihre wirtschaftliche, politische und kulturelle Dynamik, spielte dieses Volk eine entscheidende Rolle im Befreiungskampf der 50er bis 70er Jahre, indem es sich dem von Frankreich in Kamerun geführten Kolonialkrieg entschlossen widersetzte. Es zahlte dafür einen sehr hohen Preis, als seine Bevölkerung durch die französische Besatzungs- und Kolonialarmee massakriert wurde.
Von den verschiedenen kamerunischen politischen Regimen seit der Unabhängigkeit im Jahr 1960 lange Zeit geleugnet, war das systematische Massaker an den Bamiléké aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit stets eine schmerzhafte Geschichte für die Töchter und Söhne dieser Region Kameruns. Laut einem der Gründer, Bruno Tchudjoua, ist dieses Museum „eine Brücke zwischen den Generationen. Eine Brücke zwischen denen, die gelitten haben, denen, die sich erinnern, und denen, die es wissen müssen.“